Presse
27.05.2017, 08:21 Uhr | Dewezet - Johanna Lindermann
„Die EDV-Steinzeit lässt grüßen“
CDU fordert sofortigen Breitbandausbau in Gewerbegebieten / Podiumsdiskussion am 13. Juni
Ein gut ausgebautes Breitbandnetz sei die Grundvoraussetzung für die Wirtschaftsförderung, betont die Hessisch Oldendorfer CDU. Für Bürger und Unternehmer veranstaltet die CDU daher am 13. Juni um 19.30 im Wirtshaus Bücher in Fuhlen eine Podiumsdiskussion zum Thema Breitbandausbau.
Schnelles Internet für Hessisch Oldendorf.

Die Wirtschaft in Hessisch Oldendorf soll gefördert werden. Dazu wurde jüngst die Stelle eines Wirtschaftsförderers eingerichtet sowie ein Handlungsprogramm für die Wirtschaftsförderung entworfen, das Maßnahmen wie eine Neuansiedlungsstrategie und Standortwerbung vorsieht.

Die Hessisch Oldendorfer CDU betont allerdings: „Ohne ein gut funktionierendes Breitbandnetz können wir noch so viel über Wirtschaftsförderung nachdenken, es bringt uns hier vor Ort nicht weiter.“ Die Christdemokraten fordern daher umgehend schnelles Internet in den Industriegebieten der Stadt. Dazu laden sie alle Unternehmer und Bürger aus Hessisch Oldendorf und dem Umland am 13. Juni zu einer Podiumsdiskussion zum Thema Breitbandausbau ein.

„Wenn ich mir den Stand des Internetausbaus in Hessisch Oldendorf ansehe, dann fühle ich mich in die Situation des letzten Jahrhunderts versetzt“, sagt Thomas Figge, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes in Hessisch Oldendorf und Kreistagsabgeordneter des Landkreises Hameln-Pyrmont. In den 1980er-Jahren habe das geflügelte Wort „EDV zu Fuß“ den Umstand beschrieben, dass Daten aus einem Computersystem ausgedruckt wurden, um die gleichen Informationen dann in manuell in ein anderes System wieder einzugeben. In Hessisch Oldendorf gäbe es etwas Ähnliches zum Teil noch heute, meint Figge. „Wenn mir ein örtlich ansässiger Unternehmer sagt, dass er große Datenmengen aus seiner Firma auf einen USB-Stick ziehen muss, damit nach Hause fährt und die Daten von zu Hause an seine Geschäftspartner versendet, dann lässt die EDV-Steinzeit grüßen.“ Für die Unternehmer in Hessisch Oldendorf sei das fehlende Internet vor Ort das „größte Hemmnis“.
 

In den vergangenen Jahren wurden einige Teile des Landkreises Hameln-Pyrmont bereits mit schnellem Internet versorgt. Davon hätten im Hessisch Oldendorfer Stadtgebiet am meisten die Orte Fuhlen, Heßlingen und Wahrendahl profitiert, sagt Figge. „Glücklich schätzen können sich die wenigen Unternehmer, die in diesen Dörfern ansässig sind.“ Hingegen hätten die Gewerbegebiete „Steinbrinksweg“ in der Kernstadt, „Goldbinnen“ in Fischbeck sowie Betriebe auf der nördlichen Weserseite „in die Röhre geschaut“.

Das bestätigen auch die Firmen vor Ort. „Geschäftspartner bieten uns immer wieder an, per Video-Konferenz mit ihnen in Kontakt zu treten“, sagt ein Hessisch Oldendorfer Unternehmer. Die Antwort, dass dies aus technischen Gründen leider nicht möglich sei, führe neben Kopfschütteln auch schon einmal zu ironischen Bemerkungen über das Weserbergland.

Der Landkreis Hameln-Pyrmont plant bis 2019 die Erschließung des Landkreises durch Glasfasertechnologie mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1000 Megabit pro Sekunde. Welchen Weg der Landkreis beim Ausbau des Internets beschreiten will und wie die Hessisch Oldendorfer Unternehmer vom Breitbandausbau profitieren können, sind Fragen, die bei der Podiumsdiskussion erörtert werden sollen. Thematisiert werden zudem die Fragen, wann und wo ein Ausbau geplant ist, was Bürger und Unternehmer für den Ausbau tun können und welche Kosten voraussichtlich auf sie zukommen werden.

Die Podiumsdiskussion findet am Dienstag, 13. Juni, um 19.30 Uhr im Wirtshaus Bücher in Fuhlen statt. Als Diskussionspartner konnten bislang Andreas Manz, Wirtschaftsförderer des Landkreises Hameln-Pyrmont, Heiko Wiebusch, Wirtschaftsförderer der Stadt Hessisch Oldendorf, Jochen Huch, Vorsitzender des Werberings, sowie diverse Unternehmer aus Hessisch Oldendorf gewonnen werden. Für die CDU stehen Vertreter der Partei und der Stadtratsfraktion Rede und Antwort.