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12.07.2016, 16:36 Uhr | Dewezet Maike Lina Schaper
Wohnungsbau als Wahlkampfthema
Politik streitet über Missstände und angebliche Konzeptlosigkeit

HESSISCH OLDENDORF. Einfach sozialen Wohnungsbau zu fordern, ohne ein Konzept zu haben, sei reiner Populismus der Mehrheitsgruppe vor der Wahl, sagt der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Thomas Figge. Er reagiert damit auf einen Antrag von SPD und Grünen zur Förderung des sozialen Wohnungsbaus für Senioren in der Kernstadt.

In Hessisch Oldendorf fehlt es an Wohnungen, die nicht nur für Senioren geeignet sind, sondern auch günstig. Da sind sich die Parteien einig. Doch wie das umgesetzt werden soll, darüber wird noch gestritten.Foto: dpa

Darin fordert Rot-Grün, dass entweder die öffentliche Hand oder private Investoren senioren- und behindertengerecht bauen sollen. Die Verwaltung solle entsprechende Projekte anstoßen. Denn in der Kernstadt gäbe es keine Wohnungen, die den Ansprüchen für altersgerechtes Wohnen genügen würden. Zu den Ausnahmen zählten lediglich die alte Schuhfabrik und der Bau des Atriums an der Langen Straße.

Diese Missstände in der Wohnungssituation erkenne auch die CDU. Die Christdemokraten würden schon seit Langem fordern, diese zu beseitigen, sagt CDU-Mann Figge. Seine Partei hätte dafür – im Gegensatz zu SPD und Grünen – eine konkrete Vorstellung: Eine Wohnungsbaugesellschaft könnte alte verfallene Häuser kaufen und in diesen neuen, sozialen Wohnraum schaffen. „Einfach darauf zu hoffen, dass ein Investor kommt und sowas macht, daran glaube ich nicht“, sagt Figge. Da müsse man schon selbst aktiv werden. Die Zusammenarbeit mit privaten Investoren sei durchaus denkbar, doch möglichst noch so, dass Stadt und Politik darauf Einfluss haben. SPD und Grüne würden der Wirklichkeit hinterherlaufen, ohne tatsächlich einen Vorschlag für Änderungen zu haben. Im Gegensatz zu den politischen Gegnern will die CDU ihr Konzept nicht nur in der Kernstadt verwirklicht sehen, es sollen alle Ortschaften des Stadtgebiets einbezogen sein, betont Figge.

Eine stärkere Beteiligung an der Kreissiedlungsgesellschaft werde bereits seit den Beratungen zum aktuellen Haushalt im Stadtrat diskutiert, entgegnet SPD-Ratsherr Claus Clavey. Ein Antrag der CDU zum sozialen Wohnungsbau sei ihm nicht bekannt. „Ich freue mich aber“, sagt Clavey, „dass die CDU dem Antrag der SPD/Grünen-Ortsratsfraktion in der kommenden Ratssitzung folgen wird.“