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07.12.2016, 09:46 Uhr | Dewezet - Johanna Lindermann
Schiffsanleger soll Touristen locken
Anlegepunkt der „Flotte Weser“ in Großenwieden im Gespräch

GROSSENWIEDEN. In Großenwieden könnte bald ein Schiffsanleger der „Flotte Weser“ entstehen. Pläne dazu werden derzeit vonseiten des Ortes und der Reederei überprüft.

Einen entsprechenden Antrag stellte die CDU-Fraktion im Ortsrat. Hintergrund ist das Niedersächsische Dorferneuerungsprogramm, in das 2014 die Orte Großenwieden, Kleinenwieden, Rohden, Segelhorst und Welsede aufgenommen wurden. Der Dorfentwicklungsplan für die Weserdörfer stellt die Bedeutung des Tourismus für diese Ortschaften heraus. „Die Bedeutung des Tourismus für die Weserdörfer ist groß. Neben dem finanziellen Umsatz bietet er auch Arbeitsplätze vor Ort und damit einhergehend eine Attraktivität für den Wohnstandort. Es gilt, den Tourismus zu fördern und die touristischen Stärken weiter auszubauen“, heißt es dort.

Aus diesem Grund wurden Pläne für einen Bootsanleger in Großenwieden in Sitzungen des Arbeitskreises zur Verbunddorferneuerung erstellt. Dieser würde „ein zusätzliches touristisches Highlight“ durch die Aufwertung und Erweiterung der „touristischen Mitte“ für die Ortschaft bedeuten, lautet die Begründung in der Beschlussvorlage.

Mit einem Anleger könne es gelingen, mehr Tages-, Wochenend- oder sogar Urlaubstouristen nach Großenwieden zu locken, sagt Karl-Heinz Nitz (CDU) aus dem Ortsrat Großenwieden. „Wir liegen zwar am Weserradweg, aber die meisten Touristen fahren auf dem Weg nach Hameln oder Rinteln nur durch oder halten höchstens für ein Getränk.“ Mit der Möglichkeit, per Schiff Tagesausflüge nach Hameln oder Rinteln zu unternehmen, steige die Attraktivität Großenwiedens für Urlauber immens, glaubt Nitz. Auch könnten Touristen Fahrradtouren nach Hameln oder Rinteln unternehmen und dann mit dem Schiff zurückfahren. „Wir versprechen uns eine Menge für den Ort.“ Auch die örtliche Gastronomie, das Übernachtungsgewerbe und andere Geschäfte würden davon profitieren – nicht nur in Großenwieden selbst, sondern auch die umliegenden Orte samt der Kernstadt Hessisch Oldendorf würden davon profitieren. Ausflugsziele wie die Schillathöhle könnten so ebenfalls mehr Zulauf bekommen.

Auch die Reederei „Flotte Weser“ ist einem Anlegepunkt in Großenwieden gegenüber nicht abgeneigt. Es gebe aktuell die Überlegung, die Strecke zwischen Hameln und Rinteln neu zu beleben, sagt Jörg Menze, Geschäftsführer der „Flotte Weser“. „Das würde noch attraktiver werden, wenn es einen Zwischenhalt gäbe.“

Die Umsetzung eines Anlegepunktes in Großenwieden wäre dabei verhältnismäßig unkompliziert, sagt Nitz. Anbieten würde sich die Promenade in Höhe des Fahnenmastes. „Aus früheren Zeiten gibt es am Ufer noch Poller.“ Es müsse geprüft werden, ob diese von der „Flotte Weser“ genutzt werden könnten. In dem Fall müsste nur noch ein barrierefreier Zugangsweg zum Anleger gepflastert sowie ein Informationskasten errichtet werden. Auch die Umgebung des geplanten Schiffsanlegers ist laut Nitz ideal. „Er ist leicht zugänglich, es gibt einen Parkplatz, Bänke und eine Toilette im Fährhaus. Außerdem ist der Anleger optisch sehr schön gelegen.“ Auch ein Zugang zum Anleger von beiden Weserseiten her wäre denkbar.

Sowohl Menze als auch Nitz bestätigen, dass derzeit beide Seiten die Idee prüfen und „lockere Gespräche“ dazu laufen. Danach sei zu prüfen, ob die Realisierung durch Fördermittel finanziert werden könne. Der Wunsch des Ortsrates ist, dass bereits zu Beginn der nächsten Saison, Ende April/Anfang Mai 2017, Ausflugsschiffe in Großenwieden anlaufen können.