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10.06.2017, 11:38 Uhr | Dewezet Annette Hensel
Schulleiter: „Das ist nur erbärmlich“
Oberschule erhält nur fünf zusätzliche Stunden für Sprachförderung

HESSISCH OLDENDORF. Von der Kürzung der Sprachförderstunden durch das Kultusministerium ist auch die Oberschule Hessisch Oldendorf betroffen. In den Sprachlernklassen werden die Schüler nicht nur auf den Übergang in Regelklassen vorbereitet, sondern bei geringer Schulbildung mit Lesen, Schreiben und Rechnen vertraut gemacht. Für Oberschulleiter Ottmar Framke ist es nicht nachvollziehbar, dass Sprachlernklassen in fast allen Gymnasien und KGSen im Landkreis fortgeführt werden dürfen, die übrigen Schulformen jedoch nicht bedacht wurden. „Sind diese Schulen und deren Schüler etwa weniger bedeutend?“, fragt er.

Bildquelle = http://www.oberschule-ho.de/

Framke erinnert daran, dass der Oberschule für das Schuljahr 2016/17 drei Sprachlernklassen genehmigt wurden. „Für die dritte Klasse bekamen wir allerdings keine Lehrkraft und haben uns deshalb mit Bordmitteln notdürftig selber geholfen“, berichtet er „Und nun? Wir werden für den gesamten Bereich Sprachförderung im Schuljahr 2017/18 nur fünf zusätzliche Lehrerstunden bekommen – bei über 30 Schülern mit Sprachförderbedarf ist das nichts.“ Vor dem Hintergrund, dass auch die Förderstunden für die Inklusion mangels Lehrkräften nicht ausreichend besetzt seien, bedeute die unzureichende Unterrichtsversorgung der Schüler aus fernen Ländern eine zusätzliche Belastung für alle Lehrer. „Anspruch und Wirklichkeit der Planungen klaffen hier so weit auseinander, dass ich das nur als erbärmlich bezeichnen kann“, so der Oberschulleiter.